Jena: Zwischenbericht vom Endspurt und ein Dankeschön

Bis zur Fahrt nach Sizilien Ende der Woche haben wir in Jena noch alle Hände voll zu tun – und das ist großartig! Kiste um Kiste tragen wir in unser Lager, sortieren, ordnen und verpacken. Immer mehr Decken häufen sich an und in der letzten Woche wurde sogar ein Kinder-Buggy gespendet! Damit alles ordentlich und sauber in Italien ankommt, legen wir noch eine Schicht an der Waschtrommel ein. Großen Dank dabei ans Cleanicum: Dort dürfen wir unsere Reisetaschen voller nicht 100%ig sauberer Spenden kostenlos waschen.

Besonders bedanken wollen wir uns auch beim Fachschaftsrat Philosophie: Letzten Donnerstag organisierte er ein Soli-Grillen für die Seehilfe: Im Philosophengarten wurde gegrillt, zwei DJs legten auf und über 100 Leute kamen, um uns zu unterstützen. Außerdem war die Veranstaltung für viele noch einmal Anlass, um Spenden direkt bei uns abzugeben. Und das Beste: Allein an diesem Abend kamen noch einmal 470€ an Geldspenden zusammen. Wow! Wir sind ziemlich überwältigt davon, wie viel Unterstützung wir in Jena bekommen – durch Sachspenden, Geld oder einfach das Weiterleiten unseres Flyers über alle möglichen Netzwerke. Das macht Spaß und bestärkt uns umso mehr! DANKE!

Gerührt,

Anne und Anna

Sammeltag in Bremen

Weil die Resonanz so großartig ist, haben wir unsere Pläne ein bisschen korrigiert und uns überlegt, einen Sammeltag zu veranstalten:

am 28. August 2014 können alle Spendenwilligen im Raum Bremen bei uns vorbeikommen (Schwachhauser Heerstr. 217 in Bremen) und Sachspenden abgeben! Wir legen eine Sortier- und Packnachtschicht ein und können so auch noch die spontan eintrudelnden Dinge mit nach Sizilien nehmen.

Wer also noch einmal seinen Schrank durchgucken kann, sei herzlich dazu ermutigt!

Gefragt sind vor allem MÄNNERSACHEN, Schuhe und Rucksäcke. Außerdem können Zelte und Decken und Bettwäsche abgegeben werden. Hygieneartikel und loser Grüner Tee sind auch sehr willkommen!

 

Wir freuen uns auf euch!

Hanne

Medienschau II, Wow!, Endspurt

In der Ausgabe Nord der aktuellen TAZ wurde heute über uns berichtet. Einen Link dazu gibt es hier!

Die TAZ-Leser, die es bis zu unserer Seite vorgedrungen sind heißen wir herzlich willkommen! Da unser Transport in wenigen Tagen startet, befinden wir uns in den letzten Organisationszügen.

Sachspenden können in Bremen nur noch in speziellen Fällen mitgegeben werden (In Jena aber dafür noch bis zum 27. August!), finanzielle Unterstützung ist aber nach wie vor gefragt!Den kritischen Bereich haben wir geschafft, dafür möchten wir an dieser Stelle erst einmal allen danken: Beim Blick auf unser Konto hatte ich einige Tränen in den Augen, weil ich von dem Zuspruch und Vertrauen sehr berührt war. Jetzt heißt es aber noch einmal in die Hände zu spucken, denn alle Geldspenden, die wir jetzt noch sammeln können, kommen der Lebensmittelversorgung der Flüchtlinge auf Sizilien zugute. Gerade in den illegalen Lagern sind die Menschen auf diese Unterstützung angewiesen.

Anna und Anne Kinstepacken 2

 Anna (links) und Anne beim Sortieren der Sachspenden. Fotograf: Jan-Henrik Wiebe

Wir möchten euch darum noch einmal bitten, zu helfen. Auch sehr kleine Beträge können gepsendet werden, es lohnt sich in jedem Fall!

Liebe Grüße,

Hanne

Eine kurze Medienschau und ein kleines Update

Nachdem wir es in den vergangenen Tagen in ein paar nicht ganz unbedeutende Medien geschafft haben, ist das Interesse an unserem Projekt noch ein ganzes Stück größer geworden!

Der Kontostand bewegt sich in einen Bereich, der das beste hoffen lässt: die Fahrt scheint FAST finaziert zu sein. Wir kommen also langsam in Gefilde in denen wir vor Ort sogar zusätzliche Lebensmittelspenden kaufen können, dass haben wir uns eigentlich gar nicht träumen lassen!

In Jena gehen sehr viele Sachspenden ein, Anna und Anne laufen sich die Hacken ab. Beim Bremer Team kommt die Waschmaschine kaum hinterher – schließlich sollen die Klamotten sofort anziehbereit in Sizilien an den Menschen gebracht werden.

 

Hier noch die Links zu unseren Interviews.

 

Philipp und Johanne bei Bremen eins

Anna und Anne in der TLZ

 

Liebe Grüße,

Hanne

 

Wer wir sind:

Wer steht eigentlich hinter Seehilfe? Das wurden wir in letzter Zeit häufiger gefragt, darum stellen wir uns hier kurz vor und erklären, was uns motiviert so viel Zeit in unser Projekt zu investieren.

 

Philipp

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Philipp ist im Pflegewesen tätig. Politisch engagiert er sich schon sehr lange: gegen Nazis und früher für den Atomausstieg.

 

Warum engagierst du dich für Flüchtlinge, die nach Europa kommen?

Ich finde es wichtig, dass wir zu Menschen “Willkommen” sagen und ihnen nicht mit dieser egoistischen Ablhenung begegnen, die heute vorherrscht. Die Idee zum Projekt kam uns relativ spontan. Johanne und ich hatten eigentlich vor Spenden in unserem Umfeld zu sammeln und an eine Organisation zu geben. Doch schnell wurde uns klar, dass kaum jemand vor Ort hilft. Wir haben dann beschlossen, das selbst in die Hand zu nehmen.

Was sind deine Aufgaben im Projekt?

Die größte Aufgabe steht mir noch bevor: Die Hilfsgüter nach Sizilien zu fahren. Ich habe mich hier vor allem um die Organisation von Spenden und die Kommunikation mit den Menschen vor Ort auf Sizilien gekümmert.

 

Anna

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Anna studiert in Jena Lehramt. Sie engagiert sich an Schulen und gibt Projekttage zum Thema Toleranz.

Warum Seehilfe?
Ich mache mit, weil ich jetzt gerade noch Zeit habe, ein bisschen idealistisch zu denken.

Was sind deine Aufgaben im Projekt?

Anna organisiert zusammen mit Anne die Seehilfe in Jena. Sie fährt mit der Sackkarre durch die Stadt und sammelt Spenden ein, sichtet sie, macht Werbung, sucht Geld und denkt mit.

Anne

anne
Anne ist seit einem Jahr mit dem Studium fertig und engagiert sich in Projekten in Europa, die sich mit Erwachsenenbildung und Flüchtlingspolitik beschäftigen.

Was ist deine Motivation dich am Projekt zu beteiligen?
Für mich ist es wichtig kleinschrittig und direkt Hilfe zu leisten, wenn es möglich ist. Das Projekt Seehilfe bietet keine Lösung der Probleme der  europäischen Flüchtlingspolitik; ist aber eine Reaktion auf diese und soll schließlich auch auf die mehr als fragwürdige Hierarchisierung zwischen Menschen in diesem Bereich aufmerkam machen, damit sich vielleicht eines Tages die in Europa ankommenden Menschen willkommen fühlen.

Für welche Bereiche bist du verantwortlich?
Organisation der Seehilfe-Sammelaktion in Jena, facebook- und Mailkorrenspondenz

Johanne

hanne

Johanne studiert in der schönen Hansestadt Bremen Geschichte. Sie engagiert sich für das Projekt “Balu und du” und arbeitet für verschiedene Medien.

Was motiviert dich, dich am Projekt zu beteiligen?
Ich wollte etwas tun. Auch wenn unser Projekt naiv ist und nur einem Tropfen auf dem heißen Stein gleichkommt, geht es uns um mehr. Wir wollen mit unserer Reise auf Probleme aufmerksam machen, die zwar jeden Tag in den Nachrichten benannt werden, aber das meist nur in Zahlen. Was es aber heißt, dass etwas 3000 Menschen in einem abgefuckten Boot über das Mittelmeer gekommen sind, bleibt unerwähnt. Dahinter stehen  3000 Schicksale und Gründe, warum man diese Gefahren auf sich genommen hat. Ich möchte, dass man sich das bewusster macht.

Was machst du im Projekt?

Ich sammle mit Philipp in Bremen die Spenden. Außerdem betreue ich das Blog und versuche Kontakt zu verschiedenen Medien aufzubauen.